Foto von Dirk Engel

IDOOH bekommt Fachbeirat

Das IDOOH hat künftig einen Fachbeirat. Er soll Impulse für die Gattung abseits des Tagesgeschäftes liefern. Dirk Engel (Foto) zieht im Hintergrund schon die Fäden.

Die BaFin hat ihn, das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung hat ihn, die Stadt Hamm hat ihn – und das IDOOH hat ihn künftig auch: einen Fachbeirat. Das Gremium ist fest beschlossen und nimmt nun Formen an. Spiritus rector ist der bekannte Markt- und Medienforscher Dirk Engel, der sich hier bescheiden als Kurator bezeichnet. Noch hat sich der Fachbeirat nicht konstituiert, doch schon im Vorfeld wirft er einige grundsätzliche Fragen auf.

Welche Aufgabe hat der neue IDOOH-Fachbeirat?

Das Gremium soll neue Impulse bei der Weiterentwicklung der Gattung geben, den Innovationsprozess von IDOOH beratend begleiten und den Austausch der Marktteilnehmer untereinander fördern. Eine Vermittler-Funktion also, die die unterschiedlichen Perspektiven und Sichtweisen von Werbungtreibenden, Agenturen, technischen Dienstleistern und Vermarktern berücksichtigt – und vereint.

Wer sitzt drinnen?

Das ist noch nicht final entschieden. Grundsätzlich sollen es „unabhängige Persönlichkeiten sein, die über den Tellerrand der DOOH-Vermarktung blicken können“. Am ehesten lässt sich das so interpretieren, dass hier auf jeden Fall die Durchsetzung von Partikularinteressen vermieden werden soll – es geht um die Gesamtgattung. Wünschenswert wäre sicher, wenn hier auch die Werbungtreibenden selbst vertreten sein würden. Doch, darauf weist Dirk Engel im Gespräch mit dem IDOOH-Blog hin, es geht hier um eine ehrenamtliche Tätigkeit.

Welche Themen stehen auf der Agenda?

Ganz grundsätzlich wird sich der IDOOH-Fachbeirat mit der Gesamtpositionierung der digitalen Außenwerbung beschäftigen – vor allem in Hinblick auf die Werbungtreibenden. Als erster Schwerpunkt ist die Begleitung der neuen Währungsstudie gesetzt. Ein weiterer könnte die gesellschaftliche Verantwortung der digitalen Außenwerbung sein bzw. auch der Beitrag der Gattung zu einer Aufwertung der Innenstädte (etwa durch klimaneutrale Kampagnen). Der Autor dieses Artikels meint dazu unmaßgeblich: Genau richtig! Initiativen wie Berlin Werbefrei oder Hamburg Werbefrei machen Stimmung gegen die (digitale) Außenwerbung. Kleinreden bringt nichts, jetzt also Flagge zeigen und die gesellschaftliche Bedeutung des Mediums in der öffentlichen Diskussion unterstreichen!

Frische Impulse und einen neuen Blick auf die digitale Außenwerbung wird man von dem neuen Gremium sicher erwarten können. Einen Vorgeschmack lieferte Engel schon auf der IDOOH-Konferenz am 27. April in Hamburg. Hier sprach er davon, dass DOOH stärker aus der Perspektive der Konsumenten und Konsumentinnen verstanden werden müsse. Und: Das Medium ermögliche Werbung am Point of Interest: Es könne damit idealtypisch Stimmung und Verfassung der VerbraucherInnen berücksichtigen. Hier bringt der bekannte Markt- & Medienforscher das durch das Rheingold Institut populär gewordene Verfassungsmarketing ins Spiel. Im intermedialen Vergleich könnte DOOH hier seine Stärken ausspielen.

Wird der IDOOH-Fachbeirat auch nach außen wirken?

Ja! Engel meint: „Das wird kein geheimer Rat. Wir wollen unsere Ideen und Impulse nach außen tragen, in der Fach-Öffentlichkeit diskutieren.” Spezifische Veranstaltungen – möglicherweise auch digital – hat er hier schon ins Auge gefasst.

Wie geht es weiter?

Ein erstes Meeting zur Vorbereitung ist bereits fest terminiert, hier geht es dann auch um die Personen, die in dem Gremium dann aktiv werden. Die offizielle Gründung soll dann schon in den kommenden Wochen erfolgen.

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