TV-Wartezimmer: Auctions in der Arztpraxis

Bei TV-Wartezimmer können alle Screens jetzt programmatisch gebucht werden. Damit wird der Werbeträger für einen neuen Kundenkreis interessant.

Wenn Claudius von Soos auf das vergangene Jahr zurückblickt, fällt die Bilanz überaus zufriedenstellend aus. Im Gegensatz zu vielen anderen Vermarktern konnte er den Umsatz mit seinen Werbeträgern gegenüber 2019 deutlich steigern. Es sei ein grandioses Jahr gewesen, so von Soos – natürlich nur in wirtschaftlicher Hinsicht. Zwischen März und Juni habe kein einziger Kunde seine Aufträge storniert. Am Ende stand der bislang höchste Umsatz der immerhin schon 17-jährigen Firmengeschichte.

Dass TV-Wartezimmer so gut durch die Krisenmonate kommt, liegt am Konzept. Das Unternehmen aus Freising bei München hat deutschlandweit in Arztpraxen rund 7.000 Screens installiert. Auf ihnen läuft ein Mix aus Patientenfilmen, Dokumentationen, Nachrichten, Unterhaltung und eben auch Werbung. Und weil die Arztpraxen auch während Corona nicht weniger frequentiert waren als sonst, wurden sie auch nicht aus den Mediaplänen gestrichen. Dazu das Umfeld: Werbung im Umfeld von Ärzten hat an sich schon einen Vertrauensbonus, ein wichtiger Aspekt, gerade in gesundheitssensiblen Zeiten wie einer Pandemie.

Claudius von Soos: Programmatic nimmt an Fahrt auf

Irgendwie passt es da, dass Claudius von Soos, Leiter Media-Sales bei TV-Wartezimmer, mit einer Innovation in das Jahr gestartet ist: Ab sofort ist das gesamte Digital-Out-of-Home-Inventar auch programmatisch buchbar. Technologiepartner ist die One Tech Group mit ihrer Supply Side Platform SSP 1. Die Werbungtreibenden können die Screens jetzt nach diversen Targeting-Kriterien wie der Fachrichtung des Arztes, Geo-Koordinaten oder nach Kaufkraft der Patienten buchen und automatisiert ansteuern, wenn es erforderlich ist, auch jeden einzelnen Screen. „Unternehmen und Agenturen können sich nun auch bei der programmatischen Ausspielung ihrer Spots auf die für sie relevanten Gebiete und Zielgruppen-Umfelder konzentrieren“, sagt von Soos. Das Thema Programmatic innerhalb von DOOH nimmt mit diesem Schritt also weiter an Fahrt auf.

Mit der programmatischen Vermarktung hofft man bei TV-Wartezimmer auf neue Kunden. Denn bei vielen Agenturen fiel der Werbeträger schlicht deshalb durch den Rost, weil er nicht programmatisch buchbar war. Zum anderen könnte die Aussteuerung nach der üblichen Online-Logik künftig Kunden und Agenturen auf den Plan rufen, die ihre Kampagnen performanceorientiert ausrichten. Tatsächlich, heißt es bei TV-Wartezimmer, hätten bereits namhafte Kunden Interesse angemeldet.

Im Laufe der kommenden Wochen soll das Programmatic Advertising nach und nach ausgebaut werden. ” Von Private Deals bis Auctions bieten wir die gesamte Palette an Möglichkeiten an, wobei im Moment noch Private Deals im Vordergrund stehen”, sagt von Soos. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis der Werbeträger endgültig in der Buchungslogik der Online-Werbung angekommen ist.

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